Geschichte
Die Wassermühle liegt rechts von der Oder, und der Wasserzufluss erstreckt sich bis nach Jakubčovice nad Odrou.

Damals hatte die Mühle drei Wasserräder und dazugehörige Felder. Jan Tomáš von Zvole erließ im genannten Jahr ein Privileg, in dem er festlegte, dass zur Mühle in Loučky, mit wenigen Ausnahmen, auch die Müller aus Jakubčovice gehörten. Müller waren Bauern, die Getreide zum Mahlen hatten. Laut Vertrag waren die Untertanen verpflichtet, Fronarbeit zu leisten, falls Eisblöcke den Wasserzufluss beschädigten, und sie mussten den Mühlengraben reinigen, wann immer es nötig war, und zwar bis zur herrschaftlichen Säge, die zur Mühle gehörte.



- Die Wasserzufuhr wird gemeinsam instand gehalten, da das Wasser gemeinsames Eigentum ist.
- Die herrschaftliche Wasserzufuhr zur Säge wird von der Herrschaft auf eigene Kosten hergestellt und auch von ihr selbst unterhalten. Der Müller wird auf eigene Kosten drei hölzerne Rinnen und alles, was zur Mühle gehört, instand halten, ebenso wie die Stützmauer gegenüber dem Garten und die Mauer neben der Säge links vom Mühlgraben. Da die Rinnen miteinander verbunden sind, wird die Herrschaft die Balken kostenlos zur Verfügung stellen.
- Als Entschädigung für die Einstellung der Säge, die der Müller verursachte, indem er versäumte, seinen Graben zu reparieren, wird er 50 Gulden in die herrschaftliche Kasse zahlen.

Der nächste Müller war Lorenz' Sohn Josef. Dieser verkaufte die Mühle im Jahr 1854 an Ferdinand Wesselsky für 3000 Gulden. Nach ihm übernahm sein Sohn Ferdinand jun. die Mühle, der ab 1899 Gemeindevorsteher war. Die Gemeinden wurden ab 1848 nach Jahrhunderten zu eigenständigen Einheiten mit einem Bürgermeister und einem Gemeinderat an der Spitze.
Der letzte Besitzer der Mühle aus der Familie Wesselsky war Ferdinand Franz Wesselsky. Unter seiner Leitung begann die Produktion von Strom durch Wasserkraft für den oberen Teil des Dorfes, und das Mühlenareal wurde um neue Wirtschaftsgebäude erweitert. Ferdinand Franz heiratete 1919 Johanna Polzer, die vor allem durch ihr deutschsprachiges Theaterstück „Im Maien“ bekannt wurde. Aus ihrer Ehe gingen vier Kinder hervor, von denen Gertrude im Alter von dreizehn Jahren verstarb. Ihr Gesicht ist auf der Engelsskulptur des Denkmals am Familiengrab der Wesselskys auf dem Friedhof von Odry abgebildet. Ferdinand Franz Wesselsky kam tragisch gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ums Leben. Seine Frau sowie die Söhne Helmut und Walter und die Tochter Notburga wurden nach Bayern vertrieben, wo die Familie bis heute fortbesteht.
Im Jahr 1946 übernahm Hubert Pazdera die Mühle, der über seine Mutter mit der Familie Wesselsky verwandt war. Seine Mutter war die Tochter eines der Brüder von Ferdinand jun. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Mühlenbetrieb nicht mehr ausgeübt, lediglich bis Anfang der 1950er Jahre wurde gelegentlich Getreide geschrotet. Die Wassermühle lieferte noch bis 1947 Strom für den bereits erwähnten Teil des Dorfes. Hubert Pazdera begann vielversprechend, einen privaten landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen, der jedoch durch gesellschaftliche Ereignisse im Jahr 1959 unter Druck eingestellt wurde.
Die Mühle begann zusammen mit den anderen Gebäuden zu verfallen. Besonders betroffen waren durch die Nichtnutzung und unzureichende Instandhaltung die Mühlentechnologie und die Wasserräder mit Zubehör. Auf dem Sägewerk stürzte das Dach ein, und im Laufe der Zeit wurde die Säge abgerissen. Auch die Wirtschaftsgebäude, die von der LPG genutzt wurden, verfielen. Nach dem Tod von Hubert Pazdera bin ich zusammen mit meinem Mann die Besitzerin, und wir bemühen uns sehr, die Mühle und alles drumherum zu retten.
Die Besitzer der Wesselsky-Wassermühle
Gerichtsbarkeit des Herrschaftsguts von Odry – Jan Tomáš von Zvole
1571 - ?
Paul Schwarz
? - 1650
Herrschaftsgut von Odry
1650 - 1688
Jakub Kutschera
1688 - 1710
Hans Weigel
1710 - 1747
Martin Weigel (Sohn von Hans Weigel)
1747 - 1757
Weigelová (Witwe von Martin Weigel)
1757 - 1767
Karel Weigel (Sohn von Martin Weigel)
1767 - 1797
Valentin Wesselsky
1797 - 1834
Lorenz Wesselsky (Sohn von Valentin Wesselsky)
1834 - 1870
Josef Wesselsky (Sohn von Lorenz Wesselsky)
1870 - 1923
Ferdinand Wesselsky (Enkel von Josef Wesselsky)
1923 - 1945
Ferdinand Franz Wesselsky (Sohn von Ferdinand Wesselsky)
1947 - 1997
Hubert Pazdera (Sohn von Marie Wesselsky)
ab 2005
Věra und Jaroslav Král (Věra Králová – Tochter von Hubert Pazdera)
